13. Masters-WM in Göteborg (Schweden) vom 01.-07.08.2010 (Teil II)

Dorit Gierke zweifache Vize-Weltmeisterin!
Corinna Krietsch holt zweimal Bronze

Vom 31.07. bis 07.08.2010 fanden die Weltmeisterschaften der Masters-Schwimmer in Göteborg / Schweden statt. Zu diesem Riesenevent waren fast 5.500 Aktive aus 74 Ländern gekommen und hatten ca. 15.500 Meldungen abgegeben.

Dorit Gierke

Mit von der Partie war wieder ein Team des 1. WV Wunstorf bestehend aus vier Frauen und drei Männern, die bestens vorbereitet anreisten. Eine Woche lang wollten sie sich mit anderen Schwimmern und Schwimmerinnen aus der ganzen Welt messen und schnitten dabei so gut ab, wie noch nie zuvor.

Die Wettkämpfe wurden auf der 50m Bahn im Hallenbad Valhalla und Freibad Lundby ausgetragen. Einen Tag schwammen die Männer in der Halle, die Frauen im Freibad, so wurde tageweise gewechselt. Die 50-200m Strecken wurden nach Altersklassen, die 400 und 800m Strecken nach Zeiten gesetzt.

v.l.: Corinna Krietsch, Dorit Gierke, Kathrin Lazar, Dorit Gierke

Hier die Chronik der erfolgreichen Wettkampfwoche:
Das gesamte WVW-Team war am Samstag angereist und stieg am Sonntag 01.08. in das Wettkampfgeschehen ein. Über 200 m Rücken der Frauen gingen in der AK 40 gleich zwei Wunstorferinnen im Freibad an den Start und es gab auch gleich die erste erwartete Medaille. Corinna Krietsch konnte sich zu den Deutschen Meisterschaften deutlich steigern und sicherte sich hinter der Italienerin Laura Palasciano und der Schweizerin Caroline Girardet einen tollen 3. Platz in 2:43,53 Min. und freute sich über eine Bronzemedaille.

Ein starkes und konstantes Rennen schwamm in ihrem „Schatten“ Sylvia Haak, die sich auf 2:49,90 Min. steigern konnte und einen beachtlichen 4. Platz belegte.

Für die Männer ging in der Halle Timo Ruppel als 1. WVW-Mann über 100 m Freistil bei seinem ersten Großevent ins Wasser. Er blieb mit 1:04,33 Min. knapp über seiner Bestzeit und kam auf Platz 63 in seiner mit über 100 Startern besetzten Altersklasse 35.

Corinna Krietsch

Im abschließenden 100m Brustrennen stieg Thomas Paehr in der Altersklasse 55 nach für ihn etwas enttäuschenden 1:19,69 Min. als Achter aus dem Wasser. Der unangefochtene Sieg ging hier an den ehemaligen deutschen Spitzenschwimmer und Weltmeister von 1978 Walter Kusch in 1:13,54 Min.

Am Montag wurde es dann für Dorit Gierke in der AK 45 über 400 m Lagen ernst. Sie konnte sich mit 3 Sekunden deutlich steigern und schlug in neuer persönlicher Bestzeit von 2:42,55 Min. an. Was diese Zeit wert war, konnte sie selbst mit ansehen, da drei Konkurrentinnen noch nach ihr ins Wasser gingen. Die Schwedin Anette Philipsson patzte und auch Susanne Reibel-Oberle war wieder langsamer und so wurde sie unerwartet Vize-Weltmeisterin hinter der starken Italienerin Marzena Kulis. Diese neue Bestzeit bedeutete auch gleichzeitig neuen Deutschen Altersklassenrekord.

Für die Männer stand der 50m Schmetterlingssprint auf dem Programm, hier kamen Timo Ruppel AK 35 nach 0:33,54 Min. und Tobias Kerber mit einer Zeit von 0:33,76 Min. ins Ziel.

Der Dienstag begann für die Männer in der Halle mit der 50m Freistilstrecke. Hier lief es für Timo Ruppel in seinem letzten Wettkampf deutlich besser, da er sich nun schon an die besondere Wettkampfatmosphäre gewöhnt hatte. Sage und schreibe 119 Männer gingen in seiner Altersklasse an den Start und Timo konnte in einer guten Zeit von 0:28,44 Min. den 61. Platz belegen.

Im Freibad ging Dorit Gierke als erstes über 200 m Lagen ins Wasser und kam in 2:46,09 Min. auf den 7. Platz. Beim folgenden 100 m-Schmetterlingsrennen belegte sie in guten 1:12,05 Min. den 5. Platz.

Für Kathrin Lazar AK 40 begannen die Weltmeisterschaften mit 100 m Schmetterling in 1:18,69 Min. und Platz 18 nicht ganz wunschgemäß – das sollte sich aber noch ändern...

In der Halle startete Tobias Kerber AK 40 ebenfalls über 200 m Lagen und konnte in 2:54,66 Min. den 46. Platz belegen.

Gegen Abend ging dann noch Thomas Paehr über 50 m Brust ins Wasser. Mit 0:35,30 Min. konnte er sich zur DM minimal steigern und wurde 7. - abermals ging der Titel souverän in 0:32,28 Min. an Walter Kusch.

Für die Wunstorfer ging somit der erste Tag ohne Medaille zu Ende.

Der Mittwoch stand dann ganz im Zeichen der Mannschaften, denn es fanden in der Halle ausschließlich die Staffelwettkämpfe statt. Hier war der WVW mit einer Damen- Lagenstaffel über 4 x 50m am Start. Unglaublich: es hatten 49 Mannschaften in der Altersklasse 160-199 ihre Meldung abgegeben! Die Wunstorferinnen gingen im zweiten Lauf ins Wasser. Corinna Krietsch als Rückenschwimmerin begann und legte eine Superzeit von 0:33,24 Min. vor und übergab als Erste souverän an die Brustschwimmerin Dorit Gierke, die nach tollen 0:39,71 Min. in Führung bleiben konnte. Kathrin Lazar ließ sich auch von einem Krampf beim Schmetterlingsschwimmen nicht aus der Ruhe bringen und konnte nach 0:34,18 Min. an Sylvia Haak übergeben. Auch Sylvia ließ über die Freistilstrecke nichts mehr anbrennen und schwamm mit 0:29,83 Min. seit Langem einmal wieder unter 30 Sekunden und schlug mit einer Gesamtzeit von 2:16,96 Min. in diesem Lauf als Erste an.

Wie schnell die Staffelzeit war, zeigte sich nach dem letzten Lauf als nur noch drei Mannschaften schneller geschwommen waren. Die Wunstorferinnen freuten sich riesig über ihre Zeit und den beachtlichen 4. Platz hinter den Siegerinnen aus Norwegen, den Zweitplatzierten Ungarinnen und der deutschen Mannschaft aus Herne.

Am Donnerstag gab es dann gleich mehrere Gründe zum Feiern und zwar zunächst den Geburtstag von Corinna Krietsch, die von ihren Mannschaftskameraden gleich beim Frühstück eine kleine Überraschung bekam.

Der Wettkampftag begann für Thomas Paehr im Freibad mit der 200 m Bruststrecke, bei der er seine beste Platzierung verbuchen konnte. Ihm ging es gesundheitlich leider nicht ganz so gut und so musste er sich nach 3:00,99 Min. mit dem 6. Platz begnügen.

Corinna Krietsch AK 40 machte sich das schönste Geburtstagsgeschenk über die 100 m Rücken in der Halle selbst. Gleich ab der 25m Marke waren die Medaillen-Positionen fest vergeben, die Französin Sylvie Allery wurde in 1:09,57 Min. klar Weltmeisterin, Zweite wurde wieder die Schweizerin Caroline Girardet in 1:11,48 Min. und Corinna schwamm in 1:13,77 Min. nicht nur eine tolle Zeit, sie wurde sogar wieder Dritte und konnte sich über ihre zweite Bronzemedaille freuen. Besser hätte es für sie nicht laufen können.

Und wieder war es Sylvia Haak, die im selben Lauf auf der Randbahn ein tolles Rennen schwamm und in 1:17,71 Min. einen schönen 6. Platz errang.

Nun standen noch die 200 m Schmetterling der Frauen auf dem Programm. Hier musste Dorit Gierke AK 45 als Erste an den Start. Da sie sich im Vergleich zu den Deutschen Meisterschaften leicht steigern konnte, bedeutete die Zeit von 2: 41,50 Min. am Ende nicht nur Platz 3 und die Bronzemedaille, sondern sie konnte dabei auch noch ihren eigenen Deutschen Rekord verbessern.

Es gewann die Spanierin Garcia Colomo mit neuem Europarekord von 2:32,38 Min., Zweite wurde die Russin Mateeva in 2:39,20 Min.

Bei ihrem letzten Wettkampf über die 200 m Schmetterling wollte es Kathrin Lazar dann ebenfalls wissen – eine TOP 10 Platzierung war ihr Ziel! Sie schwamm dann auch ein wirklich beherztes Rennen. Mit 2:58,85 Min. war sie fast drei Sekunden schneller als bei den Deutschen Titelkämpfen und konnte sich anschließend über den 9. Platz riesig freuen.

Am Abend wurden dann der Geburtstag und die Medaillen gefeiert....!

Am vorletzten Wettkampftag, dem Freitag gingen die Rückensprinterinnen über 50 m als Erstes im Freibad ins Becken. Diesmal waren sie „getrennt“ und Sylvia Haak schwamm vor ihrer Vereinskollegin im zweitschnellsten Lauf ihrer AK 40. Wenn sie auf der schmalen Bahn nicht die Leine touchiert hätte, wäre sie wohl noch schneller gewesen, aber auch mit 0:35,84 Min. und Platz 8 konnte sie am Ende mehr als nur zufrieden sein.

Für Corinna Krietsch lief es im schnellsten Lauf nicht ganz perfekt und sie kam in 0:33,76 Min. auf den 5. Platz. Etwas ärgerlich, denn mit ihrer Staffelzeit wäre sie wieder auf Platz 3 gelandet - Platz 1 und 2 gingen wie nicht anders zu erwarten war wieder an Allery und Girardet.

Anschließend begannen die 400 m Freistil, die Tobias Kerber AK 40 in der Halle absolvieren musste. Mit Platz 42 und seiner Zeit von 5:21,05 Min. war er allerdings gar nicht zufrieden.

Deutlich besser lief es für Dorit Gierke, die ebenfalls über 400 m Freistil an den Start ging und ein bisschen mit der Bronzemedaille geliebäugelt hatte. Sie schwamm ein für sie typisches und konstant schnelles Rennen und konnte ihre Bestzeit um 7 Sekunden auf eine beachtliche Zeit von 5:02,60 Min. verbessern. Die nachfolgend schwimmende Französin Michele Schneider war bei 200 m noch zeitgleich, brach dann aber etwas ein und so konnte sich Dorit Gierke hinter der Irin Dymphna Morris (5:00,50 Min.) den zweiten Vize-Weltmeistertitel holen.

Nachdem die Koffer schon gepackt waren, ging es dann für Tobias Kerber noch beim Freiwasserschwimmen über die 3 km-Distanz im Delsjön See. Die Wassertemperaturen waren etwas kühl, dafür waren die Rahmenbedingungen mit sommerlichen Temperaturen ideal. Nun konnte Tobias endlich zeigen, was er drauf hatte und schwamm eine tolle Runde. Auch wenn dies „nur“ Platz 36 in seiner Altersklasse war, so war er am Ende mit der Zeit von 42:56,2 Min. sichtlich zufrieden.

Nun waren die XIII Weltmeisterschaften der Schwimmer wirklich zu Ende und die Masters des 1. WV Wunstorf reisten nach einer tollen, gemeinsamen Woche mit vielen Erfolgen und Erlebnissen gen Heimat. Die Wettkämpfe waren super organisiert und von den Schweden klasse abgewickelt worden und das Ergebnis der Wunstorfer konnte sich mal wieder sehen lassen: 2 x Silber, 3 x Bronze und 11 x TOP 10 Platzierungen – so gut waren die Masters noch nie!

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Dieses Dokument wurde zuletzt aktualisiert am 16.08.10.